Klebestreifen-Arten – alle Typen im Überblick

Aktualisiert am · 9 Min. Lesezeit · Redaktion klebestreifen.com

Klebestreifen lassen sich in sechs Hauptgruppen einteilen: transparente Klebefilme, Papier- und Kreppbänder, Gewebebänder, doppelseitige Klebebänder, Schaumstoff- und Montagebänder sowie Spezialbänder (Alu, Isolier-, Antirutsch-, Reflexband usw.). Entscheidend für die Wahl sind Trägermaterial, Klebstoff, Untergrund und ob das Band dauerhaft halten oder rückstandsfrei wieder abgehen soll.

Inhalt
  1. Nach welchen Kriterien man Klebestreifen einteilt
  2. Die wichtigsten Klebestreifen-Arten in der Übersicht
  3. Transparente Klebefilme und Packband
  4. Papier-, Krepp- und Washi-Bänder
  5. Gewebeband, Isolierband und Aluminiumband
  6. Doppelseitige Klebebänder
  7. Wiederablösbare Klebestreifen für die Wand
  8. Spezialbänder
  9. Häufige Verwechslungen – und ihre Folgen
  10. So finden Sie die richtige Art: vier Fragen
  11. Grundlagenwissen: alle Seiten dieses Bereichs
  12. Häufige Fragen

Auf dieser Seite finden Sie die Systematik hinter den vielen Produktnamen: wie sich die Typen unterscheiden, wofür welcher gedacht ist und wo die Grenzen liegen. Zu jedem Typ führt ein Link auf die ausführliche Seite. Wer erst verstehen möchte, wie ein Klebestreifen überhaupt aufgebaut ist, beginnt bei Was ist ein Klebestreifen?.

Nach welchen Kriterien man Klebestreifen einteilt

Im Handel werden Klebebänder meist nach Anwendung sortiert („Packband“, „Malerband“, „Spiegelband“). Technisch sinnvoller ist eine Einteilung nach Aufbau, denn daraus ergeben sich die Eigenschaften. Vier Merkmale bestimmen, was ein Band kann:

Die wichtigsten Klebestreifen-Arten in der Übersicht

Die Tabelle fasst die Haupttypen zusammen. Die Angaben zu Temperatur und Haltbarkeit sind typische Werte; das konkrete Produkt kann davon abweichen – maßgeblich ist immer das technische Datenblatt bzw. die Packungsangabe.

ArtTypischer AufbauTypische EinsatzzweckeStärkenGrenzen
Transparenter KlebefilmPP- oder Celluloseacetat-Folie, meist AcrylatBüro, Papier, Geschenke, Schuledünn, klar oder matt, günstiggeringe Belastbarkeit, kaum für Wände
PackbandPP oder PVC, 48–50 mm breit, Kautschuk oder AcrylatKartons verschließenreißfest, wasserabweisendnicht wiederablösbar, PP-Bänder laut
Papier-/Kreppbandgekrepptes Papier, meist KautschukAbkleben beim Malern, Beschriftenhandeinreißbar, beschreibbar, oft rückstandsfreinicht wasserfest, begrenzte UV-Beständigkeit
GewebebandTextilgewebe mit PE-Beschichtung, KautschukReparieren, Bündeln, Bühnesehr reißfest, von Hand einreißbarhinterlässt oft Rückstände, nicht dauerhaft UV-fest
Doppelseitiges Band (dünn)Folie, Vlies oder trägerlos, mit SchutzpapierBasteln, Teppich, Fotos, leichte Montageunsichtbar, flachgleicht keine Unebenheiten aus
Schaumstoff-/MontagebandPE- oder Acrylschaum, beidseitig KlebstoffLeisten, Schilder, Spiegel, Hakengleicht Unebenheiten aus, hohe Haftungmeist nur schwer rückstandsfrei zu entfernen
Wiederablösbare Stripsdehnbarer Schaumstoff mit ZuglascheBilder, Haken, Posterdurch Dehnen lösbarbegrenzte Tragkraft, empfindliche Untergründe
Isolierbandweich-PVC, KautschukKennzeichnen und Isolieren in der Elektrikdehnbar, farbigkeine Reparatur beschädigter Leitungen
AluminiumbandAlufolie, AcrylatDämmung, Lüftung, Wärmeschutzdampfdicht, hitzebeständigSchnittkanten scharf
Spezialbänderje nach ZweckAntirutsch, Reflex, Leucht-, PTFE-, Kupferband u. a.Zusatzfunktionmeist nur für einen Zweck

Transparente Klebefilme und Packband

Der klassische Klebestreifen auf der Rolle ist ein dünner Folienträger mit einseitigem Klebstoff. Heute bestehen die meisten Bürofilme aus biaxial orientiertem Polypropylen (BOPP). Matte, „unsichtbare“ Filme verwenden häufig Celluloseacetat; sie lassen sich beschreiben und verschwinden auf Papier optisch fast völlig. Welche Varianten ein großer Hersteller anbietet, zeigt die Seite tesafilm-Sorten.

Packband ist im Prinzip derselbe Aufbau, nur breiter, dicker und mit kräftigerem Klebstoff. Es gibt drei Grundtypen: PP-Band (günstig, beim Abrollen laut), PVC-Band (leise, etwas dehnbar) und Papierband. Welches für Ihren Versand passt, steht unter Paketband: PP, PVC oder Papier. Zum Verarbeiten größerer Mengen lohnt ein passender Klebestreifen-Abroller.

Papier-, Krepp- und Washi-Bänder

Bei Kreppband ist das Papier fein gefältelt („gekreppt“). Dadurch ist es dehnbar, passt sich leichten Rundungen an und lässt sich von Hand abreißen. Die wichtigste Anwendung ist das Abkleben beim Streichen – hier entscheiden Klebstoff und Papierqualität darüber, ob Farbe unterläuft und ob das Band nach Tagen noch sauber abgeht. Alles dazu auf der Seite Malerkrepp.

Washi Tape ist ein dekoratives, dünnes Papierband mit schwacher, wiederablösbarer Haftung. Es ist für Basteln, Kalender und Deko gedacht, nicht für Belastung. Mehr in unserem Bereich Büro, Basteln & Schule.

Gewebeband, Isolierband und Aluminiumband

Diese drei einseitigen Bänder stammen aus Handwerk und Technik und werden oft verwechselt oder zweckentfremdet:

Eine Auswahltabelle aller Heimwerker-Bänder finden Sie im Bereich Klebeband im Handwerk.

Doppelseitige Klebebänder

Doppelseitige Bänder tragen auf beiden Seiten Klebstoff; eine Seite ist bis zur Verarbeitung mit einem Trennpapier oder einer Trennfolie (Liner) abgedeckt. Sie unterscheiden sich vor allem in der Dicke:

Welches doppelseitige Band zu welchem Untergrund und welchem Gewicht passt, steht ausführlich unter Klebestreifen doppelseitig.

Wiederablösbare Klebestreifen für die Wand

Eine eigene Kategorie sind Strips, die sich durch Dehnen wieder lösen: Ein Schaumstoffstreifen mit Zuglasche wird beim Entfernen parallel zur Wand lang gezogen, der Klebstoff verliert dabei seine Haftung („Stretch-Release“). Bekannte Systeme sind tesa Powerstrips und 3M Command. Was solche Strips auf Tapete, Putz oder Fliesen leisten und wie viel Gewicht realistisch ist, erklärt der Bereich Klebestreifen für die Wand. Einen Markenvergleich finden Sie unter Klebestreifen-Marken.

Spezialbänder

Viele Bänder haben neben dem Kleben eine Zusatzfunktion. Eine Auswahl:

Häufige Verwechslungen – und ihre Folgen

Viele Probleme entstehen, weil ein Band für eine Aufgabe genommen wird, für die es nicht gebaut ist. Die typischen Fälle:

So finden Sie die richtige Art: vier Fragen

  1. Was soll das Band tun? Verschließen, abdecken, verbinden, befestigen, markieren oder isolieren? Das grenzt die Gruppe sofort ein.
  2. Auf welchem Untergrund? Glatte, harte Flächen (Glas, Metall, Fliese) sind einfach. Raue, poröse oder weiche Flächen (Raufaser, Putz, Holz) brauchen dickere oder speziell abgestimmte Bänder. Kunststoffe wie PE und PP sind schwer zu bekleben – warum, erklärt Klebkraft verstehen.
  3. Wie lange und unter welchen Bedingungen? Innen oder außen, warm oder kalt, feucht oder trocken? Siehe Klebestreifen und Temperatur.
  4. Muss es wieder ab? Wenn ja, zu wiederablösbaren Bändern oder Strips greifen und das Entfernen gleich mitplanen. Hilfe für den Fall der Fälle gibt Klebestreifen entfernen.

Tipp: Die meisten Klebeprobleme entstehen nicht durch das falsche Produkt, sondern durch einen schlecht vorbereiteten Untergrund. Zwei Minuten Reinigen bringen oft mehr als das teurere Band – siehe Untergrund richtig vorbereiten.

Grundlagenwissen: alle Seiten dieses Bereichs

Wer tiefer einsteigen will, findet in diesem Bereich die Hintergründe zu allen Typen:

Häufige Fragen

Welche Arten von Klebestreifen gibt es?

Die Hauptgruppen sind transparente Klebefilme, Packbänder, Papier- und Kreppbänder, Gewebebänder, doppelseitige Bänder, Schaumstoff- und Montagebänder, wiederablösbare Strips sowie Spezialbänder wie Isolier-, Alu-, Antirutsch- oder Reflexband.

Was ist der Unterschied zwischen Kreppband und Klebefilm?

Kreppband hat einen gekreppten Papierträger: Es ist dehnbar, von Hand einreißbar, beschreibbar und meist wiederablösbar. Klebefilm hat einen dünnen, glatten Folienträger, ist transparent und für Papier gedacht, lässt sich aber schlechter ohne Spuren ablösen.

Welcher Klebestreifen hält am stärksten?

Die höchsten Festigkeiten erreichen doppelseitige Acrylschaumbänder, wie sie im Fahrzeug- und Fassadenbau eingesetzt werden. Sie halten aber nur so gut wie der Untergrund: Auf Tapete oder kreidendem Putz reißt eher die Wandschicht ab als das Band.

Welche Klebestreifen gehen rückstandsfrei ab?

Am ehesten Malerkrepp innerhalb der angegebenen Ablösezeit, Washi Tape und Strips mit Zuglasche, die durch Dehnen gelöst werden. Permanente Bänder wie Gewebe- oder Schaumstoffband hinterlassen meist Reste.