Teflonband (PTFE-Gewindedichtband) richtig wickeln

Aktualisiert am · 5 Min. Lesezeit · Redaktion klebestreifen.com

Teflonband wird bei Rechtsgewinden im Uhrzeigersinn gewickelt, wenn Sie auf das Gewindeende schauen – also in Einschraubrichtung. Beginnen Sie am ersten oder zweiten Gewindegang, wickeln Sie straff und halb überlappend etwa drei bis sechs Lagen. So schiebt sich das Band beim Eindrehen nicht auf. Für Gasleitungen ist Selbermachen tabu.

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Inhalt
  1. Was ist Teflonband?
  2. Schritt für Schritt: Teflonband wickeln
  3. Teflonband, Hanf oder Dichtfaden?
  4. Gas: Finger weg
  5. Wo Teflonband nichts zu suchen hat
  6. Typische Fehler
  7. Kaufhinweise
  8. Häufige Fragen

Was ist Teflonband?

Teflonband – fachlich PTFE-Gewindedichtband, „Teflon“ ist ein Markenname – ist eine dünne, ungesinterte Folie aus Polytetrafluorethylen. Es hat keine Klebeschicht. Beim Eindrehen wird es in die Gewindegänge gepresst, füllt die Hohlräume zwischen Außen- und Innengewinde und wirkt gleichzeitig als Gleitmittel.

Wichtig zu verstehen: Bei zylindrischen und kegeligen Rohrgewinden (z. B. Whitworth-Rohrgewinde ½", ¾") dichtet nicht das Metall, sondern das Dichtmittel im Gewinde. Bei Verbindungen mit Flachdichtung, O-Ring oder Klemmring dichtet dagegen die Dichtung – dort gehört kein Teflonband aufs Gewinde.

Schritt für Schritt: Teflonband wickeln

  1. Gewinde säubern. Alte Dichtmittelreste, Hanf und Schmutz mit einer Drahtbürste entfernen. Das Gewinde muss trocken und fettfrei sein.
  2. Richtung festlegen. Halten Sie das Teil so, dass Sie auf das Gewindeende schauen. Bei Rechtsgewinde wickeln Sie im Uhrzeigersinn – in dieselbe Richtung, in die das Teil später eingedreht wird.
  3. Am Anfang beginnen. Den ersten Gewindegang frei lassen oder am ersten Gang beginnen. So gelangen beim Eindrehen keine Bandfetzen in die Leitung.
  4. Unter Spannung wickeln. Das Band straff ziehen, sodass sich die Gewindekontur durch die Folie abzeichnet. Jede Windung etwa zur Hälfte überlappen.
  5. Lagen zählen. Bei üblichem dünnem Band genügen für kleine Rohrgewinde meist 3–6 Lagen, bei groben oder abgenutzten Gewinden etwas mehr. Zu viel Band führt zu Spannungsrissen in Fittings, besonders bei Messing- oder Kunststoffteilen.
  6. Abreißen und andrücken. Band abreißen und das Ende glatt in Wickelrichtung andrücken.
  7. Eindrehen und nicht zurückdrehen. Teil von Hand ansetzen und mit Werkzeug festziehen. Wichtig: PTFE-Band verträgt kein Zurückdrehen zum Ausrichten. Wer die Position korrigieren muss, wickelt neu.
  8. Dichtheit prüfen. Wasser aufdrehen bzw. Druck aufbauen und die Verbindung kontrollieren.

Tipp: Wird gegen den Uhrzeigersinn gewickelt, schiebt das Innengewinde die Folie beim Eindrehen zusammen und von den Gängen herunter – die häufigste Ursache für tropfende Verbindungen.

Teflonband, Hanf oder Dichtfaden?

DichtmittelVorteileNachteileTypischer Einsatz
PTFE-Bandsauber, schnell, chemisch sehr beständig, lösbarkein Zurückdrehen möglich, bei großen/groben Gewinden weniger sicherkleine Gewinde, Armaturenanschlüsse, Druckluft, Gartenbewässerung
Hanf mit Dichtpasteverzeiht grobe und leicht beschädigte Gewinde, Ausrichten in Grenzen möglichErfahrung nötig, unsauberer, kann bei falscher Anwendung faulenHeizungs- und Trinkwasserinstallation, größere Durchmesser
PTFE-Dichtfaden (Gewindedichtfaden)einfach, sofort dicht, je nach Produkt begrenzt nachjustierbarteurer pro VerbindungSanitär, Heizung; für bestimmte Anwendungen geprüfte Varianten
Flüssige Gewindedichtung (anaerob)dicht und gesichert, gute Vibrationsfestigkeitschwer lösbar, AushärtezeitIndustrie, Maschinenbau

Für Trinkwasserleitungen sollten nur Dichtmittel verwendet werden, die für Trinkwasser geeignet und entsprechend geprüft sind (in Deutschland erkennbar u. a. an DVGW-Prüfzeichen). Achten Sie auf diese Angabe auf der Verpackung.

Gas: Finger weg

Achtung: Arbeiten an Gasleitungen und Gasgeräten dürfen in Deutschland nur Installationsunternehmen ausführen, die im Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragen sind. Dafür werden ausschließlich für Gas zugelassene, entsprechend gekennzeichnete Dichtmittel verwendet – handelsübliches Teflonband aus dem Baumarkt ist dafür nicht gedacht. Undichte Gasverbindungen können zu Explosionen und Vergiftungen führen. Bei Gasgeruch: keine Schalter betätigen, kein offenes Feuer, Fenster öffnen, Gebäude verlassen und von draußen den Notdienst des Gasversorgers oder die 112 anrufen.

Das gilt auch für Gasflaschen am Grill oder im Wohnmobil: Druckregler und Schlauchverbindungen haben Dichtungen und werden ohne Band angeschlossen. Dichtheit wird mit Lecksuchspray geprüft – nie mit Feuer.

Wo Teflonband nichts zu suchen hat

Typische Fehler

Für den Garten – etwa Anschlüsse an Wasserhahn und Bewässerungsverteiler – finden Sie weitere Hinweise im Ratgeber Klebeband im Garten. Die Übersicht aller Handwerkerbänder steht unter Klebeband im Handwerk.

Kaufhinweise

Für Heimwerker reicht in der Regel ein Standardband in 12 mm Breite. Für Trinkwasser achten Sie auf eine entsprechende Eignung bzw. Prüfkennzeichnung. Dickere Bänder („high density“) sind für größere Gewinde gedacht.

PTFE-Gewindedichtband

Für Wasser- und Druckluftgewinde; für Trinkwasser auf Prüfzeichen achten. Nicht für Gasinstallationen durch Laien.

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Gewindedichtfaden

Alternative zu Band und Hanf für Sanitärgewinde; je nach Produkt nach dem Eindrehen begrenzt nachjustierbar.

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Häufige Fragen

In welche Richtung wickelt man Teflonband?

Bei Rechtsgewinde im Uhrzeigersinn, wenn Sie auf das offene Gewindeende blicken. Das entspricht der Richtung, in der das Teil eingedreht wird.

Wie viele Lagen Teflonband braucht man?

Bei üblichen ½"- und ¾"-Gewinden meist drei bis sechs Lagen Standardband. Entscheidend ist, dass das Gewinde gut gefüllt ist, sich aber noch mit vertretbarem Kraftaufwand eindrehen lässt.

Darf man Teflonband für Gas verwenden?

Nicht als Laie. Arbeiten an Gasinstallationen sind eingetragenen Fachbetrieben vorbehalten, und dort werden nur für Gas zugelassene Dichtmittel eingesetzt.

Warum tropft es trotz Teflonband?

Häufigste Gründe sind falsche Wickelrichtung, zu wenig Lagen, ein Zurückdrehen nach dem Festziehen oder eine Verbindung, die eigentlich über eine Flachdichtung abdichtet.