Magnetband selbstklebend – Typen, Polung und Anwendungen

Aktualisiert am · 5 Min. Lesezeit · Redaktion klebestreifen.com

Selbstklebendes Magnetband ist ein flexibles Band aus magnetischem Kunststoff mit Klebeschicht auf der Rückseite. Es haftet an Stahl, an Eisenband oder an einem zweiten Magnetband mit passender Polung (Typ A an Typ B). Typische Einsätze sind Fliegengitter, Magnettafeln, Werkzeug- und Gewürzhalter sowie Schranktüren. Die Haltekraft ist begrenzt und hängt von Breite, Material und Gegenstück ab.

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Inhalt
  1. Wie selbstklebendes Magnetband aufgebaut ist
  2. Typ A und Typ B: die wichtigste Regel
  3. Anwendungen im Überblick
  4. Schritt für Schritt: Magnetband aufkleben
  5. Grenzen und häufige Fehler
  6. Magnetband oder Klettband?
  7. Magnetband entfernen
  8. Häufige Fragen

Magnetband ist praktisch, wenn sich etwas leise und mühelos lösen lassen soll. Gleichzeitig ist es eines der am häufigsten falsch gekauften Bänder: Zwei Magnetbänder, die nicht zusammenpassen, halten kaum, und auf vielen Edelstahlfronten haftet überhaupt nichts. Diese Seite erklärt, worauf es ankommt.

Wie selbstklebendes Magnetband aufgebaut ist

Das Band besteht aus einem Kunststoff- oder Gummibinder, in den feines magnetisches Pulver eingearbeitet ist. Darauf sitzt eine Klebeschicht mit Trennpapier. Zwei Werkstoffe sind verbreitet:

Außerdem unterscheidet man isotropes Band, das in jede Richtung magnetisierbar ist, und anisotropes Band, bei dem die Partikel bei der Herstellung ausgerichtet wurden. Anisotropes Band hält stärker und ist bei Markenware für Haftanwendungen üblich.

Typ A und Typ B: die wichtigste Regel

Magnetbänder sind nicht als ein Nord- und ein Südpol magnetisiert, sondern in vielen schmalen, abwechselnden Polstreifen. Klebt man zwei Magnetbänder aufeinander, müssen diese Muster zueinander passen. Dafür gibt es zwei Ausführungen, oft als Typ A und Typ B bezeichnet:

KombinationErgebnis
Typ A auf Typ BPole passen, gute Haftung
Typ A auf Typ A oder B auf BJe nach Versatz schwache Haftung oder gegenseitiges Abstoßen
Magnetband auf Stahl oder EisenbandFunktioniert mit jedem Typ
Magnetband auf Edelstahl (austenitisch), Alu, Holz, KunststoffKeine Haftung ohne Gegenstück

Wer zwei Magnetbänder kombinieren will, kauft am besten ein ausgewiesenes A/B-Set. Alternativ lässt sich ein einzelnes Magnetband mit selbstklebendem Eisen- oder Ferroband kombinieren – dann spielt die Polung keine Rolle.

Tipp: Testen Sie vor dem Kleben, ob zwei Bänder zusammenpassen: Legen Sie die Rückseiten mit Trennpapier aufeinander und verschieben Sie sie leicht längs und quer. Spüren Sie einen kräftigen Halt, passt es.

Anwendungen im Überblick

AnwendungGegenstückWorauf achten
Fliegengitter am Fenster oder an der TürMagnetband am Gitterrahmen, Eisen- oder Magnetband am FensterrahmenRahmen rundum gerade und sauber, Polung beachten
Magnetische Notiz- oder PinnwandEisenband oder Stahlblech an der WandFerritband hält nur Papier und leichte Karten
Kühlschrank-Organizer, GewürzdosenKühlschranktür oder MetalldeckelVorher prüfen, ob die Front magnetisch ist
Werkzeug- oder MesserleisteNeodym-Magnetleisten statt BandFür schwere Teile zusätzlich verschrauben
Schrank- oder KlappenverschlussMagnetband gegen EisenbandLeises Schließen, aber geringe Haltekraft
Kennzeichnung im Lager oder KühlraumStahlregaleBeschriftbare Magnetbänder sind leicht umzusetzen

Fliegengitter mit Magnetband

Magnetische Fliegengitter sind besonders beliebt, weil sie sich im Herbst mit einem Griff abnehmen lassen. Wichtig sind ein gerader, sauberer Rahmen und eine durchgehende Linie ohne Lücken, durch die Insekten kriechen können. Wie Sie Magnet- und Klettsysteme am Fenster vergleichen und welcher Rahmen sich eignet, beschreibt der Ratgeber Fliegengitter kleben.

Kühlschrank und Edelstahl

Viele Kühlschranktüren bestehen aus lackiertem Stahl und sind magnetisch. Bei Edelstahl- oder Edelstahl-Optik-Fronten ist das anders: Häufig wird austenitischer Edelstahl verwendet, der kaum oder gar nicht magnetisch ist, oder die Front ist ein Kunststoff- oder Aluminiumteil. Prüfen Sie das vorher mit einem einfachen Kühlschrankmagneten.

Schritt für Schritt: Magnetband aufkleben

  1. Prüfen, was hält. Ist der Untergrund magnetisch? Brauchen Sie ein Gegenstück (Eisenband oder Magnetband Typ B)?
  2. Untergrund reinigen. Mit Isopropanol entfetten und gut trocknen lassen. Auf Lackflächen und Kunststoff vorher an unauffälliger Stelle testen. Mehr dazu: Untergrund vorbereiten.
  3. Zuschneiden. Ferritband lässt sich mit einer kräftigen Schere oder einem Cutter schneiden. Für Gegenstücke beide Bänder gleich lang schneiden.
  4. Bänder vorher verbinden. Bei Paaren (Magnet auf Magnet oder Magnet auf Eisenband) beide Bänder zuerst magnetisch aufeinanderlegen. So sitzen sie später deckungsgleich.
  5. Aufkleben und andrücken. Trennpapier abziehen, aufkleben und kräftig andrücken, besonders an den Enden.
  6. Zeit geben. Den Klebstoff vor dem ersten Lösen der Magnetverbindung einige Stunden, besser einen Tag aushärten lassen. Sonst reißt die Magnetkraft das frisch geklebte Band wieder ab.

Grenzen und häufige Fehler

Achtung: Kleine Neodym-Magnete und abgeschnittene Neodym-Bandstücke gehören nicht in Kinderhände. Werden mehrere starke Magnete verschluckt, können sie sich im Darm gegenseitig anziehen und schwere Verletzungen verursachen – dann sofort ärztliche Hilfe holen. Menschen mit Herzschrittmacher oder implantiertem Defibrillator sollten starke Magnete nicht direkt am Körper tragen und die Hinweise ihres Geräteherstellers beachten.

Magnetband oder Klettband?

Beide Systeme machen Verbindungen lösbar. Magnetband öffnet leise, ohne Kraft und ohne Verschleiß, hält aber vergleichsweise wenig und braucht ein magnetisches Gegenstück. Klett-Klebestreifen halten mehr, besonders gegen seitliche Kräfte, öffnen aber hörbar und mit spürbarem Ruck. Für Fliegengitter, die oft geöffnet werden, ist Magnet angenehmer; für Geräte und Abdeckungen meist Klett.

Magnetband entfernen

Das Band mit einem Föhn anwärmen, langsam und flach abziehen und Kleberreste mit Öl oder Isopropanol lösen – auf lackierten Fensterrahmen und Kunststoff vorsichtig mit mildem Mittel. Für Kunststoffrahmen gelten die Hinweise im Ratgeber Klebestreifen von Kunststoff entfernen.

Magnetband selbstklebend als A/B-Set

Für Magnet-auf-Magnet-Verbindungen wie Fliegengitter oder Klappen; achten Sie darauf, dass beide Typen ausdrücklich enthalten sind.

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Weitere Spezialbänder für Haushalt und Alltag finden Sie im Überblick Spezial-Klebestreifen.

Häufige Fragen

Warum halten meine zwei Magnetbänder nicht aufeinander?

Wahrscheinlich haben beide dieselbe Polung, also zweimal Typ A oder zweimal Typ B. Die Polstreifen stoßen sich dann teilweise ab. Abhilfe schafft ein passendes Gegenstück oder ein selbstklebendes Eisenband.

Hält Magnetband an jeder Kühlschranktür?

Nein. Lackierte Stahltüren sind meist magnetisch, viele Edelstahl- und Edelstahl-Optik-Fronten nicht. Testen Sie die Tür vorher mit einem gewöhnlichen Magneten.

Kann ich Magnetband selbst zuschneiden?

Ja. Ferritband lässt sich mit einer Schere oder einem Cuttermesser schneiden. Schneiden Sie bei Paaren beide Bänder gleich lang und verbinden Sie sie vor dem Aufkleben.

Verliert Magnetband mit der Zeit seine Kraft?

Ferrit- und Neodym-Magnete verlieren bei normalen Temperaturen nur sehr langsam an Kraft. Häufiger lässt der Klebstoff nach oder Schmutz vergrößert den Abstand zwischen Magnet und Gegenstück.