Klebestreifen-Test bei Würmern – der Abklatschtest auf Madenwürmer
Beim Klebestreifen-Test auf Madenwürmer wird morgens direkt nach dem Aufstehen – vor dem Waschen und vor dem Toilettengang – ein Streifen durchsichtiger Klebefilm kurz auf die Haut am After gedrückt und anschließend auf einen Objektträger geklebt. Ärztin, Arzt oder Labor suchen die Probe unter dem Mikroskop nach Wurmeiern ab.
Inhalt
- Warum ein Klebestreifen und keine Stuhlprobe?
- Wann ist der Test sinnvoll?
- Was Sie für den Test brauchen
- Schritt für Schritt: So wird der Abklatsch gemacht
- Wie oft wiederholen?
- Häufige Fehler beim Klebestreifen-Test
- Was passiert nach dem Test?
- Hygiene: Wiederansteckung vermeiden
- Klebestreifen im Alltag: mehr Themen
- Häufige Fragen
Der Test wird auch Analabklatsch, Tesafilm-Abklatsch oder Klebestreifenpräparat genannt. Er ist einfach, schmerzfrei und die übliche Methode, um einen Befall mit Madenwürmern (Oxyuren, Enterobius vermicularis) nachzuweisen. Damit er aussagekräftig ist, kommt es auf ein paar Details an. Diese Seite erklärt sie Schritt für Schritt. Sie ersetzt keine ärztliche Beratung: Führen Sie den Test am besten nach Rücksprache mit der Kinder- oder Hausarztpraxis durch, die Ihnen auch sagt, wie die Probe abgegeben werden soll.
Warum ein Klebestreifen und keine Stuhlprobe?
Madenwürmer leben im Darm. Die Weibchen wandern aber vor allem nachts aus dem After heraus und legen ihre Eier auf der Haut rund um den Darmausgang ab. Dort lösen die Eier und die Bewegung der Würmer den typischen Juckreiz aus. Im Stuhl finden sich die Eier dagegen nur selten. Eine normale Stuhluntersuchung übersieht einen Madenwurmbefall deshalb häufig.
Der Klebestreifen sammelt die Eier genau dort ein, wo sie liegen. Weil Waschen und Abwischen sie wieder entfernen, ist die Probe am frühen Morgen am ergiebigsten.
Wann ist der Test sinnvoll?
Ein Madenwurmbefall ist vor allem bei Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter häufig und hat nichts mit mangelnder Sauberkeit zu tun. Die Eier werden über Hände, Spielzeug, Bettwäsche und Staub weitergegeben. Hinweise auf einen Befall können sein:
- Juckreiz am After, vor allem abends und nachts
- unruhiger Schlaf, häufiges Aufwachen, Kratzen im Schlaf
- bei Mädchen gelegentlich Juckreiz oder Rötung im Scheidenbereich
- sichtbare kleine, weiße, fadenförmige Würmer (etwa bis gut einen Zentimeter lang) am After, im Stuhl oder in der Unterwäsche
Viele Befallene haben gar keine Beschwerden. Umgekehrt kann Juckreiz am After viele andere Ursachen haben, etwa Hautreizungen, Ekzeme oder Hämorrhoiden. Genau deshalb ist der Nachweis sinnvoll, bevor behandelt wird. Haben Sie selbst Würmer gesehen, kann die Ärztin oder der Arzt unter Umständen schon daraufhin entscheiden; mitgebrachte Würmer (zum Beispiel in einem verschlossenen Gefäß) helfen bei der Bestimmung.
Was Sie für den Test brauchen
Viele Praxen geben ein fertiges Abklatsch-Set mit Objektträgern oder Spateln mit Klebefläche aus. Fragen Sie danach – damit ist die Probe genau so vorbereitet, wie das Labor sie braucht. Ohne Set genügt nach ärztlicher Absprache:
- Durchsichtiger, glasklarer Klebefilm, etwa 19 mm breit. Kein mattes, „unsichtbares“ Band: Seine milchige Oberfläche erschwert die Beurteilung unter dem Mikroskop. Unterschiede zwischen den Sorten erklärt der Beitrag Tesafilm-Sorten.
- Objektträger aus Glas (aus Praxis oder Apotheke). Notfalls fragt man, ob die Praxis auch eine andere Unterlage akzeptiert.
- Einen Spatel, Holzstab oder das stumpfe Ende eines Reagenzglases, um das Band anzudrücken – praktisch, aber nicht zwingend.
- Einmalhandschuhe, einen Stift zum Beschriften und einen verschließbaren Beutel oder Umschlag für den Transport.
Schritt für Schritt: So wird der Abklatsch gemacht
- Richtigen Zeitpunkt wählen. Morgens direkt nach dem Aufwachen, bevor gewaschen, gebadet oder die Toilette benutzt wird. Auch kein Wechsel der Unterwäsche vorher.
- Vorbereiten. Ein Stück Klebefilm von etwa 6–8 cm Länge abschneiden und die Enden kurz umklappen, damit Sie es gut greifen können. Handschuhe anziehen.
- Position. Kinder legen sich am besten auf die Seite oder auf den Bauch und ziehen die Beine an. Mit einer Hand die Pobacken leicht spreizen.
- Andrücken. Die Klebeseite mehrmals kurz auf die Haut rund um den After drücken, auch in die Hautfalten hinein. Das Band wird nicht in den After eingeführt.
- Auf den Objektträger kleben. Den Streifen mit der Klebeseite nach unten glatt und möglichst ohne Falten und Luftblasen auf den Objektträger kleben. Nicht zusammenfalten.
- Beschriften und verpacken. Name, Geburtsdatum und Datum auf den Objektträger oder die Verpackung schreiben, alles in den Beutel geben, Handschuhe entsorgen und gründlich Hände waschen.
- Abgeben. Die Probe noch am selben Tag in die Praxis bringen oder so lagern und versenden, wie es dort vorgegeben wird.
Tipp: Kindern hilft es, wenn man den Ablauf vorher erklärt, ruhig bleibt und den Test zügig erledigt. Er tut nicht weh und dauert nur wenige Sekunden.
Wie oft wiederholen?
Die Weibchen legen nicht jede Nacht Eier ab. Eine einzelne Probe kann deshalb negativ ausfallen, obwohl ein Befall besteht. Häufig empfehlen Praxen, den Abklatsch an mehreren, meist drei aufeinanderfolgenden Morgen zu wiederholen, um die Trefferquote deutlich zu erhöhen. Halten Sie sich an das, was Ihre Praxis vorgibt, und beschriften Sie jede Probe mit dem jeweiligen Datum.
Häufige Fehler beim Klebestreifen-Test
| Fehler | Folge | Besser |
|---|---|---|
| Test abends oder nach dem Duschen | Eier sind bereits weggewaschen | Morgens direkt nach dem Aufwachen |
| Nach dem Toilettengang getestet | Abwischen entfernt einen Großteil der Eier | Toilette erst nach der Probe |
| Mattes oder farbiges Klebeband | Schlechte Sicht unter dem Mikroskop | Glasklaren Klebefilm oder Praxis-Set |
| Streifen zusammengeklebt oder zerknittert | Probe kaum auswertbar | Glatt auf Objektträger kleben |
| Nur ein einziger Test | Befall kann übersehen werden | Wiederholung nach Vorgabe der Praxis |
| Eincremen kurz vor dem Test | Band haftet schlecht, Probe verschmiert | Am Vorabend keine Salbe im Analbereich, sofern ärztlich nicht anders verordnet |
Was passiert nach dem Test?
Im Labor oder in der Praxis wird der Streifen unter dem Mikroskop untersucht. Madenwurmeier haben eine typische, leicht asymmetrische ovale Form und sind für geschultes Personal gut zu erkennen. Mit bloßem Auge sind sie nicht zu sehen – ein „sauberer“ Streifen sagt also zu Hause nichts aus.
Fällt der Befund positiv aus, verordnet oder empfiehlt die Ärztin oder der Arzt ein Wurmmittel. Häufig wird die Einnahme nach einer bestimmten Zeit wiederholt, weil das Mittel nicht alle Entwicklungsstadien erfasst. Oft wird auch besprochen, ob weitere Haushaltsmitglieder mitbehandelt werden sollen. Dosierung, Wiederholung und die Frage, wer mitbehandelt wird, sind ärztliche Entscheidungen – besonders bei Säuglingen, Kleinkindern, in der Schwangerschaft und in der Stillzeit.
Achtung: Gehen Sie zeitnah in die Praxis, wenn Juckreiz trotz Behandlung anhält, wenn sich die Haut am After entzündet, nässt oder blutet, wenn Bauchschmerzen, Fieber oder Gewichtsverlust hinzukommen oder wenn Säuglinge, Schwangere oder chronisch kranke Menschen betroffen sind. Wurmmittel bitte nicht ohne ärztlichen Rat „auf Verdacht“ für die ganze Familie verwenden.
Hygiene: Wiederansteckung vermeiden
Madenwurmeier können eine Zeit lang in der Umgebung überleben, und Kinder stecken sich über Kratzen und Finger im Mund leicht erneut an. Diese Maßnahmen werden während und nach der Behandlung allgemein empfohlen:
- Hände nach dem Toilettengang und vor dem Essen gründlich mit Seife waschen, Fingernägel kurz halten.
- Morgens den Analbereich waschen – aber erst nach einem eventuell geplanten Klebestreifen-Test.
- Unterwäsche, Schlafanzüge, Handtücher und Waschlappen täglich wechseln und möglichst bei 60 °C waschen.
- Bettwäsche während der Behandlung häufiger wechseln, Wäsche nicht ausschütteln.
- Eng anliegende Unterhose oder Schlafanzug in der Nacht erschwert das Kratzen.
- Spielzeug, Toilettensitz und Türklinken feucht reinigen, Staub feucht wischen statt aufwirbeln.
Gemeinschaftseinrichtungen wie Kita oder Schule sollten informiert werden, wenn die Praxis oder die Einrichtung das empfiehlt. Madenwürmer sind ein häufiges, gut behandelbares Problem – Scham ist fehl am Platz.
Klebestreifen im Alltag: mehr Themen
Der Abklatschtest ist einer der wenigen Fälle, in denen normaler Büroklebefilm am Körper eingesetzt wird. Für Wunden gibt es eigene Produkte, siehe Klebestreifen-Pflaster und Wundnahtstreifen. Weitere Anwendungen rund um Körper und Haushalt finden Sie im Überblick Spezial-Klebestreifen. Was „Tesafilm“, „Klebefilm“ und „Klebestreifen“ eigentlich unterscheidet, erklärt Klebestreifen oder Klebeband.
Häufige Fragen
Kann ich den Klebestreifen-Test zu Hause selbst auswerten?
Nein. Die Eier sind mikroskopisch klein und mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Die Probe muss in einer Praxis oder einem Labor unter dem Mikroskop untersucht werden. Nur sichtbare Würmer kann man selbst bemerken.
Welches Klebeband eignet sich für den Wurmtest?
Ein glasklarer, durchsichtiger Klebefilm, typischerweise rund 19 mm breit. Matte „unsichtbare“ Bänder, farbige Bänder und Packband sind ungeeignet. Am besten verwenden Sie das Set, das Ihnen die Praxis mitgibt.
Warum muss der Test morgens gemacht werden?
Die Wurmweibchen legen ihre Eier überwiegend nachts am After ab. Morgens vor dem Waschen und dem Toilettengang sind die meisten Eier noch auf der Haut und können mit dem Klebestreifen aufgenommen werden.
Der Test war negativ, aber das Jucken bleibt. Was nun?
Ein einzelner negativer Test schließt einen Befall nicht sicher aus. Sprechen Sie mit der Praxis über Wiederholungsproben an mehreren Morgen. Hält der Juckreiz an, sollten auch andere Ursachen wie Hautreizungen oder Ekzeme ärztlich abgeklärt werden.
Kann ich den Test auch bei Erwachsenen machen?
Ja, der Ablauf ist derselbe. Erwachsene können die Probe selbst nehmen oder sich helfen lassen. Auch hier gilt: morgens vor Waschen und Toilette und Auswertung durch Praxis oder Labor.